• brigitte kowanz - now i see (art portrait)

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http://www.castyourart.com/en (english version) http://www.castyourart.com (german version) Brigitte Kowanz fordert heraus, Dinge zu hinterfragen. Wahrnehmungsprozesse werden zu Erkenntnisprozessen. Jetzt sehe ich oder besser noch: Jetzt verstehe ich. Anlässlich der Ausstellung "Now I See" im MUMOK in Wien zeigen wir ein Portrait der Künstlerin. Dieser Beitrag konnte mit freundlicher Unterstützung des UNIQA ArtCercles verwirklicht werden. Mit der Ausstellung Now I See zeigt das Wiener MUMOK eine weitere Retrospektive einer international renommierten österreichischen Künstlerin. Gezeigt wird ein Überblick über das Schaffen von Brigitte Kowanz mit Schwerpunkt auf Arbeiten der letzten Jahre. »Wir sind in einem ständigen Übersetzungsprozess«, so Kowanz. »Wahrnehmung ist Übersetzung. Sprache ist Übersetzung.« Kowanz beschäftigt sich mit Phänomenen, die sich der bewussten Wahrnehmung entziehen. Beeinflusst wurde sie hierbei von Paul Virilio, der sich mit der Ästhetik des Verschwindens von »stabilen« Bildern beschäftigt hat. Internet oder Fernsehen ermöglichen es an mehreren Orten gleichzeitig zu sein. Virilio beschreibt »Bildröhre und Bildschirm, auf dem sich Schatten bewegen, welche die Gespenster einer im Verschwinden begriffenen Gemeinschaft vorstellen« und erklärt, dass die Simulation von Realität die unmittelbare Wahrnehmung von Wirklichkeit ersetzt. Auch Jean Baudrillard spricht von einem Vermittelt-Sein von Welt. In seiner Theorie der Simulation argumentiert er, dass Realität eine immer schon künstlich geschaffene ist, so dass man nicht mehr von einer Beziehung zwischen Subjekt und Welt sprechen kann. Vielmehr sei Realität immer schon Produkt einer bestimmten Ideologie. Medien und Schrift bilden die Koordinaten unserer Informationsgesellschaft. Doch Erkennen ist mehr als Sehen. Wahrnehmungsprozesse werden in den Arbeiten von Kowanz zu Erkenntnisprozessen. Die Funktion des Lichts entspricht der Bedeutung von Sprache, beide fungieren sie als Filter, durch den hindurch man Dinge wahrnimmt. Gleichzeitig sind Licht wie Sprache Grundvoraussetzungen für das Wahrnehmen, ermöglichen dieses erst. Paul Virilio, »Die Auflösung des Stadtbildes«, in: Jörg Dünne und Stephan Günzel, Raumtheorie. Grundlagentexte aus Philosophie und Kulturwissenschaften, Frankfurt/Main 2006, S. 267.
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